
Schubladenschrank: Typen im Vergleich
Ein Schubladenschrank kostet mehr als ein Schrank mit Einlegeböden und braucht mehr Platz davor. Beides lohnt sich genau dann, wenn häufig zugegriffen wird. Denn eine Schublade bringt den Inhalt zu Ihnen, während ein Boden verlangt, dass Sie sich zum Inhalt beugen und nach hinten greifen. Wir zeigen, welche Bauarten es gibt und worauf es bei der Auswahl ankommt.
Schublade oder Einlegeboden?
Die Entscheidung hängt an drei Punkten, und der erste ist der wichtigste.
Die Zugriffshäufigkeit entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Was mehrmals täglich gebraucht wird, gehört in eine Schublade, weil jeder Griff Sekunden spart und die sich über eine Schicht summieren. Was selten gebraucht wird, kann auf einen Boden.
Die Teilegröße entscheidet über die Übersicht. Kleinteile verschwinden auf einem tiefen Boden in der hinteren Hälfte und werden dort vergessen. In einer Schublade liegt alles in einer Ebene und ist beim Öffnen sichtbar.
Der Platz davor entscheidet, ob es überhaupt geht. Eine ausgezogene Schublade braucht ihre volle Tiefe vor dem Schrank, ein Einlegeboden hinter geöffneten Türen deutlich weniger. In engen Gängen ist das der begrenzende Faktor.
Werkzeugschränke mit Schubladen
Der häufigste Fall in Werkstatt und Fertigung. Die Werkzeugschränke gibt es in mehreren Innenkonfigurationen, und die Mischung entscheidet über die Praxistauglichkeit.
Verfügbar sind unter anderem die einfache Variante mit vier verstellbaren Einlegeböden, die kombinierte Ausführung mit drei Schubladen und vier Böden, Modelle mit zehn fest unterteilten Fächern sowie die Kombination aus acht Schubladen und sieben Fächern, die einer typischen Mechanikerwerkstatt sehr nahekommt.
Die Mischung aus beidem ist meist die bessere Wahl als die reine Schubladenlösung. Unten die Böden für Sperriges und Selteneres, oben die Schubladen für Werkzeug und Kleinteile, die ständig gebraucht werden. Wer den Inhalt sehen will, ohne zu öffnen, wählt eine Variante mit Sichtfenster-Flügeltüren.
Flachablageschränke für Pläne und Zeichnungen
Ein eigener Typ, der oft übersehen wird, weil er nur in bestimmten Betrieben vorkommt. Großformatige Pläne, Zeichnungen und Drucke lassen sich weder rollen noch falten, ohne sie zu beschädigen, und genau dafür gibt es flache, breite Schubladen.
Im Sortiment finden Sie Flachablageschränke für Formate bis DIN A0 mit zehn Schubladen in den Maßen 760 x 1350 x 960 mm sowie für DIN A1 mit fünf Schubladen, jeweils auch in der kleineren Ausführung.
Zwei Schränke mit je fünf Schubladen lassen sich dabei übereinander stellen, was bei begrenzter Grundfläche die Kapazität verdoppelt. Achten Sie darauf, dass die Schubladen bei dieser Bauart besonders breit sind und im ausgezogenen Zustand entsprechend viel Raum beanspruchen.
Hängeregistraturschränke für Akten
Der dritte Typ ist auf Hängehefter ausgelegt. Der Hängeregistraturschrank Acurado nimmt Hängehefter im Format DIN A4 auf und ist in ein- und zweibahniger Ausführung erhältlich.
Einbahnig heißt, dass die Hefter in einer Reihe hintereinander hängen, zweibahnig in zwei Reihen nebeneinander. Die zweibahnige Variante fasst mehr, braucht aber mehr Breite. Verfügbar sind Ausführungen mit unterschiedlicher Schubladenzahl, sodass sich die Höhe an den vorhandenen Platz anpassen lässt.
Standsicherheit: der Punkt, der unterschätzt wird
Hier liegt der wesentliche Unterschied zum Schrank mit Böden, und er ist ein Sicherheitsthema.
Eine ausgezogene, beladene Schublade verlagert den Schwerpunkt nach vorn. Sind mehrere Schubladen gleichzeitig offen, kann ein Schrank nach vorn kippen, und zwar besonders dann, wenn die unteren Fächer leer und die oberen voll sind.
Daraus folgen zwei Regeln für den Betrieb. Beladen Sie von unten nach oben und legen Sie das Schwere in die unteren Schubladen, damit der Schwerpunkt tief bleibt. Und ziehen Sie immer nur eine Schublade gleichzeitig auf. Prüfen Sie zusätzlich die Angaben des jeweiligen Modells zur Befestigung und zur zulässigen Beladung je Schublade.
Abschließbarkeit und Schließung
Was in einem Schubladenschrank liegt, ist meist entweder teuer oder vertraulich, oft beides.
Bei den Werkzeugschränken sind alle Modelle serienmäßig mit abschließbaren Türen ausgestattet. Wer die Verschlusssicherheit erhöhen oder einen Ersatzschlüssel braucht, kann auf ein einzeln nachrüstbares Zylinderschloss mit zwei Schlüsseln zurückgreifen.
Ein Punkt für größere Betriebe: Damit lassen sich verschiedene Schließungen gleich oder unterschiedlich konfigurieren, je nachdem, ob der Zugriff bewusst begrenzt oder vereinfacht werden soll. Eine Gleichschließung spart Schlüsselverwaltung, eine Einzelschließung schützt besser.
Material und Fertigung
Die Werkzeugschränke werden aus pulverbeschichtetem Stahlblech seit Jahrzehnten am Standort Villingen-Schwenningen produziert, mit dem Anspruch, einen Schichtbetrieb genauso zuverlässig zu überstehen wie den gelegentlichen Einsatz in der Hobbywerkstatt.
Für die Auswahl heißt das: Fragen Sie nicht nur nach der Schubladenzahl, sondern auch nach der Ausführung der Auszüge. Sie sind das Bauteil, das im Dauerbetrieb am stärksten beansprucht wird, und entscheiden darüber, ob ein Schrank nach Jahren noch leichtgängig ist.
Fazit
Ein Schubladenschrank lohnt sich dort, wo häufig zugegriffen wird und wo Kleinteile sonst in der hinteren Hälfte eines Bodens verschwinden. Für Werkzeug und Kleinteile ist meist die Mischung aus Schubladen oben und Böden unten praktischer als die reine Schubladenlösung. Für großformatige Pläne führt kein Weg am Flachablageschrank vorbei, für Hängehefter nicht am Hängeregistraturschrank. Wichtiger als jede Ausstattungsfrage ist aber die Standsicherheit: von unten nach oben beladen, Schweres nach unten und immer nur eine Schublade gleichzeitig öffnen. Und prüfen Sie den Platz vor dem Schrank, denn eine ausgezogene Schublade braucht ihre volle Tiefe.
Schubladenschränke bei TIXIT
Sie richten eine Werkstatt ein oder brauchen Ordnung für Pläne und Akten? Einen Überblick über die Bauarten gibt unsere Kategorie Stahlmöbel, passende Arbeitsflächen finden Sie unter Arbeitsplatzsysteme, das gesamte Programm unter Betriebseinrichtungen. Bei Fragen zur Ausstattung oder zur Beladung beraten wir Sie gern. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.
Häufige Fragen zum Schubladenschrank
Rund um die Auswahl erreichen uns immer wieder ähnliche Fragen. Die wichtigsten beantworten wir Ihnen hier.
Wann lohnt sich eine Schublade gegenüber einem Einlegeboden?
Bei häufigem Zugriff und bei Kleinteilen. Die Schublade bringt den Inhalt zu Ihnen und zeigt alles in einer Ebene, während auf einem tiefen Boden die hintere Hälfte in Vergessenheit gerät.
Welche Innenausstattungen gibt es beim Werkzeugschrank?
Unter anderem vier verstellbare Einlegeböden, drei Schubladen mit vier Böden, zehn fest unterteilte Fächer sowie acht Schubladen mit sieben Fächern. Dazu Varianten mit Sichtfenster-Flügeltüren.
Was nehme ich für großformatige Pläne?
Einen Flachablageschrank. Verfügbar sind Ausführungen für Formate bis DIN A0 mit zehn Schubladen sowie für DIN A1 mit fünf oder zehn Schubladen.
Was bedeutet ein- und zweibahnig bei Hängeregistraturschränken?
Einbahnig hängen die Hefter in einer Reihe hintereinander, zweibahnig in zwei Reihen nebeneinander. Die zweibahnige Variante fasst mehr, braucht aber mehr Breite.
Kann ein Schubladenschrank kippen?
Ja, wenn mehrere beladene Schubladen gleichzeitig offen sind und die unteren Fächer leer bleiben. Beladen Sie deshalb von unten nach oben, legen Sie Schweres nach unten und öffnen Sie immer nur eine Schublade.
Sind die Schränke abschließbar?
Die Werkzeugschränke sind serienmäßig mit abschließbaren Türen ausgestattet. Ein Zylinderschloss mit zwei Schlüsseln lässt sich einzeln nachrüsten, wodurch sich Schließungen im Betrieb gleich oder unterschiedlich konfigurieren lassen.